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Freitag, Juli 17, 2026
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Workcamp in Lindlar setzt Zeichen für Erinnerung und Frieden

Erinnerungsarbeit und internationale Verständigung standen im Juli im Mittelpunkt eines Workcamps in Lindlar: 23 Jugendliche aus Deutschland und Frankreich kamen im Rahmen einer internationalen Jugendbegegnung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zusammen. Eine Woche lang setzten sich die jungen Menschen mit der Geschichte des Nationalsozialismus, dem Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft sowie mit der Bedeutung eines friedlichen und vereinten Europas auseinander. Nach dem Aufenthalt in Lindlar wurde die Begegnung im nordfranzösischen Monampteuil fortgeführt.

Die Gruppe bestand aus elf Jugendlichen aus Lille und Lyon sowie zwölf Jugendlichen aus verschiedenen Regionen Deutschlands. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren im Durchschnitt 14 Jahre alt und während ihres Aufenthalts in der Jugendherberge Lindlar untergebracht. Betreut wurde die Gruppe von Tankred Suckau vom Volksbund, zeitweise unterstützt von Bildungsreferentin Konstanze Bauer, die den Jugendlichen bei einer Führung die Geschichte der Kriegsgräberstätte auf dem Lindlarer Gemeindefriedhof vermittelte.

Den Schwerpunkt des Aufenthalts bildete die Pflege der Kriegsgräber auf dem Gemeindefriedhof. Nach einer Einführung reinigten die Jugendlichen die Grabstätten mit Eimern und Bürsten und leisteten so einen aktiven Beitrag zur Erinnerungskultur. Michael Jung, Mitarbeiter des Friedhofs der Gemeinde Lindlar, informierte die Gruppe über das Friedhofsgelände und die Trauerhalle. Nicole Berghaus und Friedhelm Schwirten vom Fachbereich Feuerschutz, Friedhof- und Personenstandswesen der Gemeinde Lindlar kümmerten sich um die Organisation und stellten unter anderem die benötigten Arbeitsmaterialien bereit. Beim Arbeitseinsatz war zudem Thorsten Wolter vom Bezirksvorstand des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge vor Ort.

Über die praktische Arbeit hinaus befassten sich die Jugendlichen eingehend mit den Schicksalen der Kriegsopfer und den unterschiedlichen Erinnerungskulturen in Europa. Auf dem Programm stand unter anderem eine Exkursion nach Köln mit dem Besuch des NS-Dokumentationszentrums im EL-DE-Haus.

Zum Auftakt der Jugendbegegnung empfing Bürgermeister Sven Engelmann die internationalen Gäste am 14. Juli – dem französischen Nationalfeiertag – im Rathaus der Gemeinde Lindlar. In seinem Grußwort betonte er die Bedeutung von Demokratie, Freiheit und Völkerverständigung und hob hervor, dass persönliche Begegnungen junger Menschen die Grundlage für ein friedliches Europa schaffen.

Vor dem Beginn des Arbeitseinsatzes überreichte Engelmann den Jugendlichen kleine Tütchen mit Kornblumensamen sowie im Namen des Partnerschaftskomitees der Gemeinde Lindlar eine finanzielle Unterstützung für eine gemeinsame Erfrischung. Die Kornblume gilt in Frankreich als zentrales Symbol des Gedenkens an die Kriegsopfer und steht zugleich für Frieden und Solidarität.

Auch das Partnerschaftskomitee der Gemeinde Lindlar begleitete die Jugendbegegnung. Die Vorsitzende Sandra Sonntag und Isabelle de Rochette unterstützten das Projekt und unterstrichen damit die enge Verbundenheit mit der französischen Partnerstadt Brionne sowie die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft.

Eine der Betreuerinnen brachte den Charakter des Projekts auf den Punkt: „Es ist eine schöne Mischung aus ernsten Themen und Spaß.“ Neben der intensiven Beschäftigung mit der Geschichte gehörten deshalb auch gemeinsame Aktivitäten, kultureller Austausch und das Knüpfen neuer Freundschaften zum Programm.

Das Workcamp „Geschichte schreiben“ war eines von rund 30 internationalen Jugendprojekten, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in diesem Sommer organisierte. Seit dem ersten Workcamp im Jahr 1953 haben mehr als 300.000 junge Menschen aus ganz Europa an den internationalen Jugendbegegnungen des Volksbundes teilgenommen.

Das Workcamp machte einmal mehr deutlich, dass Erinnerungsarbeit nicht allein den Blick in die Vergangenheit richtet, sondern jungen Menschen zugleich die Möglichkeit gibt, Verantwortung zu übernehmen und Vorurteile abzubauen.

Quelle: Gemeinde Lindlar

Redaktion
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Murat Uelbeyi ist Chefredakteur und Verlagsleiter beim Regio GO Magazin. Der gelernte Grafik-Designer studierte in Wuppertal Kommunikationsdesign und arbeitete als Art-Director in nahmhaften Agenturen ehe er 2004 seine eigene Werbeagentur gründete.
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