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Mittwoch, Januar 7, 2026
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Der Weg ist das Ziel – Auf der Burgenstraße von Heidelberg nach Coburg

von Wilfried Kochner: Seit über 70 Jahren gibt es die Burgenstraße. Sie wurde am 10. März 1954 aus der Taufe gehoben. Da die Faszination, die von Burgen und Schlössern ausgeht, sich als zeit- und grenzenlos erweist, gehört die Burgenstraße bis heute zu den bekanntesten Ferienstraßen Deutschlands. Der Verlauf orientiert sich nicht an der schnellsten, sondern an der für die Reisenden attraktivsten Route. Von den vielen Themenstraßen in Deutschland ist die 780 Kilometer lange Burgenstraße, die von Mannheim bis nach Bayreuth führt, sicherlich eine der spannendsten und abwechslungsreichsten. Mehr als 60 Burgen und Schlösser können entdeckt werden. Eine Erlebnistour für Menschen mit romantischer Ader, Liebe zur Landschaft, kulturellem Interesse und Sinn für kulinarischem Genuss.

Ein idealer Einstieg ist Heidelberg. Schon Goethe schwärmte 1797 von dieser Stadt. Mark Twain schreibt im 19. Jahrhundert von der „äußersten Möglichkeit des Schönen“. Millionen Gäste, die das Schloss, die Alte Brücke, die malerische Altstadt und Deutschlands älteste Universität jedes Jahr besuchen, beweisen dies bis heute. Idealer Ausgangspunkt für einen Altstadtbummel wie für einen Schlossbesuch ist der Karlsplatz. Ein Muss ist die Fahrt mit der Heidelberger Bergbahn. Der 567 Meter hohe Königstuhl bietet einen fantastischen Ausblick auf Heidelberg und hier oben lädt der „Berggasthof Königstuhl“ zur Übernachtung oder zu einer Rast ein.

Der nächste Morgen beginnt mit einer Fahrt durch das Neckartal. In Neckarsteinach warten das „Vier-Burgen-Panorama“, ein in Deutschland einmaliges Ensemble und das Eichendorff-Museum. Vorbei an der Burgruine Eberbach ist in Mosbach ein Stopp zu empfehlen. Hier steht eines der kleinsten freistehenden Fachwerkhäuser Deutschlands.

Für eine weitere Übernachtung bietet sich die Burg Hornberg an. Hoch über dem Neckartal erhebt sich die Ritterburg des prominenten Burgherrn Götz von Berlichingen, der hier von 1517 bis 1562 lebte. Die exponierte Lage bietet einen weiten Blick über das Neckartal.

Am nächsten Tag geht es über Gundelsheim mit seinem mächtigen Deutschordensschloss Horneck und der bis heute unzerstörten Burg Guttenberg nach Neckarbischofsheim. Ein historischer Rundgang durch die Altstadt verbindet 26 Denkmäler. Auf der Burgenstraße folgen jetzt Bad Sinsheim mit seinem berühmten Technik-Museum, Bad Wimpfen mit der größten staufischen Kaiserpfalz nördlich der Alpen und Heilbronn und Weinsberg, die am Neckar in ausgedehnte Weinberge eingebettet sind.

Die Burgenstrasse verlässt das Neckartal und schlägt den Weg nach Hohenlohe ein. „In jedem Neschd a Schloss“ sagen die Hohenloher über ihre Heimat. Öhringen, Waldenburg und Kirchberg sind Orte, die die Burgenstraße zu dieser Feststellung beisteuern kann. Schwäbisch-Hall hat wieder eine Burg, die Comburg hoch über dem Kochertal. Die alte Salzsiederstadt am Kocher besticht durch ein einmaliges Ensemble von Fachwerkhäusern, überdachten Holzbrücken, engen Gassen und einem der schönsten Marktplätze Süddeutschlands. Eine Übernachtung empfiehlt sich hier.

Die Burgenstraße folgt bis Rothenburg o.d.T. dem Landschaftsbild mit Weinbergen, ab Rothenburg wird es von Ort zu Ort fränkischer. Bier löst den Wein als Leib- und Magengetränk ab und die typischen Bratwürste erscheinen auf der Speisekarte. Nächster Stopp ist der markante Rokoko-Bau der Markgräflichen Residenz in Ansbach. Bekannt ist die Stadt auch durch Kasper Hauser, der 1833 im Hofgarten ermordet wurde. Über Wolframs-Eschenbach, deren Stadtmauerringe noch komplett erhalten sind, verläuft die Burgenstraße nach Abenberg. Wie im Bilderbuch thront die Burg majestätisch über dem Ort. Die geschichtsträchtigen Mauern bilden den romantischen Rahmen für das Hotel Burg Abenberg. Eine Übernachtung im mächtigen Schottenturm ist ebenfalls möglich.

Am nächsten Morgen geht es via Roth mit seinem Schloss Ratibor und dem imposanten Prunksaal nach Stein am südwestlichen Rand von Nürnberg. Hier gründete 1758 Kaspar Faber das bis heute bestehende Unternehmen Faber-Castell. 1903 erbaute Alexander Graf von Faber-Castell das gleichnamige Schloss auf dem Firmengelände.

Auf der Burgenstraße führt der Weg über Nürnberg mit seiner imposanten Kaiserburg nach Lauf an der Pegnitz. Auf einer Insel in der Pegnitz liegt hier die Wenzelburg. Sie ist eine ehemalige Residenzburg Kaiser Karls IV. mit einer europaweit einzigartigen Wappenkammer.

Die Fahrt führt nun durch die fränkische Schweiz, eine abwechslungsreiche  Naturlandschaft mit romantisch anmutigen Tälern, überragt von Burgen, Schlössern und Ruinen, nach Bamberg. Das auf sieben Hügeln gelegene „Fränkische Rom“ ist ein urbanes Gesamtkunstwerk, das 1993 als UNESCO-Weltkulturerbe geadelt wurde. Ein unversehrt erhaltenes Altstadtensemble aus Mittelalter und Barock, weltberühmte Sehenswürdigkeiten wie der Bamberger Dom und die Braukultur Bambergs laden zum Entdecken und Genießen ein.

Nach einer Übernachtung geht es dann auf die letzte Etappe nach Coburg. Über Ebern mit seiner Stadtmauer und wuchtigen Türmen und Seßlach mit einer vollständig erhaltenen Stadtmauer wird Coburg erreicht. Drei Schlösser und eine Burg erzählen von der Geschichte als Coburg noch Herrschaftssitz und Treffpunkt des europäischen Hochadels war. Um all das zu entdecken, empfiehlt sich eine Übernachtung. Dann bleibt auch noch Zeit, um die über Kiefernzapfen gebratene Coburger Bratwurst auf dem Marktplatz zu probieren.

Information, Prospekte, Buchung:

www.burgenstrasse.de

Unverbindliche Hotelempfehlungen:

Heidelberg: Berggasthof Königstuhl

Burg Hornberg: Hotel-Restaurant Burg Hornberg

Schwäbisch-Hall: Ringhotel Hohenlohe

Abenberg: Hotel Burg Abenberg

Bamberg: Welcome Hotels Bamberg Residenzschloss

Coburg: Schlosshotel Hohenstein

Redaktion
Redaktion
Murat Uelbeyi ist Chefredakteur und Verlagsleiter beim Regio GO Magazin. Der gelernte Grafik-Designer studierte in Wuppertal Kommunikationsdesign und arbeitete als Art-Director in nahmhaften Agenturen ehe er 2004 seine eigene Werbeagentur gründete.
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