Für ein Wohnbauprojekt in einer ehemaligen Industriehalle in Gummersbach fließen erhebliche Landesmittel: Der Oberbergische Kreis hat auf dem Betriebsgelände der früheren Tapetenfabrik P + S den Weg für Fördergelder freigemacht. Knapp 6,7 Millionen Euro wurden nun für die Baumaßnahme an der Kaiserstraße aus dem Budget der Mietwohnraumförderung des Landes NRW bewilligt. Es handelt sich um die höchste Fördersumme, mit der die hiesige Bewilligungsbehörde seit Jahrzehnten ein Mietwohnungsprojekt unterstützt hat. Mithilfe der öffentlichen Wohnraumförderung können an dieser Stelle 31 Wohneinheiten entstehen.
Bereits im Jahr 2020 hatte die Kaiser 90 Immobilien GmbH aus Soest das Betriebsgelände der ehemaligen Tapetenfabrik Pickhardt und Siebert (P + S) erworben. Das Budget, aus dem die Teil-Förderung des Mietwohnungsbaus stammt, stellt das Land NRW dem Oberbergischen Kreis als Bewilligungsbehörde jährlich zur Verfügung. Neben dem umfangreichen Projekt „Tapetenfabrik“ am Ortseingang der Kreisstadt werden zugleich 14 Wohneinheiten in Waldbröl sowie weitere fünf Wohneinheiten in Bergneustadt gefördert. Für das Großprojekt in Gummersbach war sogar eine Aufstockung des Regelbudgets durch das Ministerium notwendig.
„Der Oberbergische Kreis wird in diesem Jahr insgesamt rund 13 Millionen Euro Fördermittel als Bewilligungsbehörde vergeben. Ein besonders großer Anteil fließt in dieses Bestandsprojekt in Gummersbach, um bezahlbaren Wohnraum zu fördern. Hier wird vorhandene Bausubstanz genutzt und wieder neu in Wert gesetzt, mit dem Ziel, dass auch Menschen mit geringerem Einkommen die Chance auf guten Wohnraum in zentraler Lage erhalten“, sagt Landrat Klaus Grootens. Er dankte Julia Leuker und Patrick Deyerl, der Geschäftsführung der Kaiser 90 Immobilien GmbH, die das insgesamt 23 Millionen Euro umfassende Bauprojekt geplant haben und umsetzen werden. Zudem würdigte Grootens die Arbeit des Kreisbauamtes, das die hohe Fördersumme bewilligen konnte, sowie die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Gummersbach, die das Genehmigungsverfahren zügig durchführte. Die 31 Wohneinheiten sollen bis Ende 2027 in dem markanten, langgestreckten Gebäude entlang der Kaiserstraße fertiggestellt werden. Für die Anmietung dieser Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern und Wohnflächen von 52 m² bis 100 m² ist ein Wohnberechtigungsschein erforderlich. Je nach Einkommensgruppe beträgt die Kaltmiete entweder 6,65 Euro/m² oder 7,70 Euro/m².
Als Bewilligungsbehörde hat der Oberbergische Kreis den Förderantrag daraufhin geprüft, ob die vom Land NRW festgelegten Bedingungen für die öffentliche Wohnraumförderung eingehalten werden. Dazu gehört eine verwaltungsmäßige und technische Prüfung der Bauvorlagen, die der Stadt Gummersbach im Rahmen des Genehmigungsfreistellungsverfahrens vorgelegt wurden. Sind diese Voraussetzungen erfüllt und ist noch ausreichend Budget vorhanden, kann der Kreis den Antrag bewilligen. Die Stadt Gummersbach hat als die für Bauleitplanung und Bauaufsicht zuständige Behörde den dort geltenden Bebauungsplan angepasst und eine Genehmigungsfreistellung erteilt. Beim Standard der geförderten Wohneinheiten werde ein hochwertiger Wohnungsbau mit hoher energetischer Effizienz gewährleistet, so Michael Starck, Leiter des Kreisbauamtes.
Ein Teil der ehemaligen Betriebsgebäude auf dem Gelände der Tapetenfabrik wurde bereits abgerissen. Diese sollen durch einen Neubau mit 61 Appartements ersetzt werden. Dieses Bauprojekt auf dem früheren Industriegelände wird die Kaiser 90 Immobilien GmbH ohne Fördermittel realisieren.
Weitere Informationen sind beim Oberbergischen Kreis unter 02261 88-0, 02261 88-1033 | mail@obk.de sowie online erhältlich: http://www.obk.de/cms200/aktuelles/pressemitteilungen/artikel/84270/index.shtml
Quelle: Oberbergischer Kreis



